Die folgenden Überlegungen stellen Gedanken dar, die im Komplex (als Kurs zu einem Fröbel - Diplom) wie auch in Einzelteilen (Veranstaltungen der Erzieherfortbildung) denkbar wären.
In Diskussionen, die in den letzten Jahren zum Zustand der Ausbildung von Lehrern und Erziehern geführt worden sind, wurde immer wieder festgestellt, daß weiterer Bedarf existiert hinsichtlich:
Das äußert sich auch in Äußerungen darüber, daß in weitgehenden Bereichen von Erziehung und Bildung Wissensvermittlung dominiert, die Ausrichtung an der Entwicklung von Schlüsselqualifikationen, die in Kompetenzen wie
Fröbels Feststellung (1821): "Wir sehen Denken und Arbeiten, Arbeiten und Denken, Erkennen und Tun, Tun und Erkennen getrennt, ja sich feindlich gegenüberstehend, und so das Eine in Schwäche versinken, während sich das Andere mit Anmaßung erhebt." (Fröbel 1821) wäre dann zutreffend, wenn Erziehen und Bilden auf der Reflexionsebene verharren, der Handlungsebene aber kaum die notwendige Beachtung geschenkt würde. Fröbels pädagogisches Handeln war geprägt von dem Begriff
"Selbsttätigkeit". Hier sehen wir durchaus einen wichtigen Anknüpfungspunkt für aktuelles pä- dagogisches Handeln. Wissen allein initiiert keine Selbsttätigkeit, Handeln, Tätigsein erfordert Kompetenz. Fröbel definierte "das Anregen, die Behandlung des Menschen als eines sich bewußt werdenden, denkenden, vernehmenden Wesens zur reinen unverletzten Darstellung des inneren Gesetzes, des Göttlichen mit Bewußtsein und Selbstbestimmung und die Vorführung von Weg und Mittel dazu..."1) als Erziehung.
Wenn modernere Formulierungen den Menschen immer mehr in der Rolle des "producer of his own development" - also des Produzenten seiner eigenen Entwicklung - sehen, so sagt das letztlich, Erziehung führe den Menschen auf dem Wege von weitgehender Fremd- zu weitgehender Selbstbestimmung, versetzt ihn in die Lage, seine Geschicke, seine Entwicklung in die eigenen Hände zu nehmen.
Fröbels pädagogisches Wirken war ausgerichtet:
Inwieweit ist bei Leiter(inne)n von Schulen und Kindereinrichtungen, Lehrer(inne)n und Erzieher(inne)n die Kompetenz zur konzeptionellen pädagogischen Arbeit entwickelt?. Wie steht es um die Ausprägung der o.g. Schlüsselqualifikationen bei den Erziehenden selbst insbesondere hinsichtlich der Teamkompetenz? Hier ist Handlungsbedarf zu vermuten - zumindest auf einigen Feldern. Ein Fröbel - Diplom kann und soll nicht Ausdruck eines pädagogischen Purismus oder einer Verklärung von Vergangenheit sein. Es geht vielmehr darum, den Gedanken der Menschenerziehung nutzbar zu machen bei der Umsetzung und Entwicklung von Bildung und Erziehung. Die Ausbildung zur Erlangung des Diploms umfaßt ca. 365 Stunden, die sich aufgliedern sollten in:
Gesamt: 5 Stunden
Dieses Ziel steht am Anfang, da hiermit zumindest für den theoretischen Teil auch der methodische Grundstein gelegt werden soll. Es soll darum gehen, Moderations- und Konferenzformen theoretisch kennenzulernen und praktisch zu erfahren, die es insbesondere Leiter(inne)n von Einrichtungen ermöglichen, in der konzeptionellen Arbeit und darüber hinaus Teamarbeit zu gestalten und zu leiten. Desweiteren soll insbesondere der Aspekt Konfliktlösung auch auf die Beziehung Erzieher - zu erziehender ausgerichtet sein. Die Grundlage könnte durch ein GORDON - Training gelegt werden.
Gesamt: 14 Stunden
Der arbeitserzieherische Aspekt kann und sollte entsprechend der Gegebenheiten und Erfordernisse ausgebaut werden.
Gesamt: 25 stunden
Multimedia und Datenautobahn sind mehr als nur Modewörter bzw. -erscheinungen. Hier dokumentiert sich eine Entwicklung im Bereich der sogenannten Kulturtechniken, die wohl auf keinem Arbeitsfeld - auch und erst recht nicht im Bereich von Bildung und Erziehung - ignoriert bzw. vernachlässigt werden darf. Mittlerweile sind qualitativ gute Software-Angebote für Kinder im Vorschulalter auf dem Markt, der PC hält Einzug in die Familien - und hier vor allem in die Kinderzimmer. Unsere Aufgabe sollte neben den unten dokumentierten Arbeiten an der Entwicklungen eigener Kompetenzen auf diesem Gebiet darin bestehen, zumindest Ausgangsüberlegungen hinsichtlich der Nutzung neuer Medien durch Kinder anzustellen. Fröbel schuf den "Kindergarten" vor allem , um Familienerziehung zu unterstützen, Eltern mit dieser Aufgabe nicht allein auf sich zu stellen. Dieses Herangehen - Eltern, die zumindest zu einem Teil mit diesen Entwicklungen überfordert und verunsichert sind zu unterstützen - könnte für unser pädagogisches Handeln Ausgangspunkt sein.
Welche Beziehungen bestehen zwischen Kindereinrichtung und sozialem Umfeld? Wie begegnen wir den Eltern der uns anvertrauten Kinder? Wie wird unsere Einrichtung in der Öffentlichkeit wirksam, welches Bild hat das Umfeld von uns?
Viele weitere Fragen wären zu stellen, die bereits eines deutlich machen: Es reicht nicht, "nur" gute pädagogische Arbeit zu leisten. Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation mit Eltern und Öffentlichkeit sind Aspekte, die heute wesentlich zur Akzeptanz von Einrichtungen beitragen. Auch bei Ihre Einrichtung betreffenden Entscheidungen (sei es die von Eltern, ihr Kind gerade Ihnen anzuvertrauen; seien es kommunale oder weitergreifende Entscheidungen mit handfestem ökonomischen Hintergrund) kann das Bild Ihrer Einrichtung in der Öffentlichkeit von großer Wichtigkeit sein.
Es sollten ca. 10 Stunden für Rechtsfragen / Rechtskunde eingeplant werden. Die thematische Auswahl sollte am Bedarf der Teilnehmer sowie den Gegebenheiten ausgerichtet werden.
individuelle Vorbereitung
Gesamt: 50 Stunden
1) vgl. Fröbel, F.: Menschenerziehung (1826) in: Kommt, lasst uns unsern Kindern leben. - Volk und Wissen Berlin, 1982, S.15